Redebeitrag „feministische Perspektiven in der Corona-Krise“

Einleitung

Durch die Corona-Pandemie verbrachten Väter mehr Zeit zu Hause und begannen sich aktiv in den Haushalt einzubringen. Sie hatten dadurch die Chance, mehr am Leben ihrer Kinder teilzuhaben und die Kinder hatten wiederum die Chance, ihre Väter im Alltag wahrzunehmen. Schon bald wurde in Familien eine gleiche Verteilung von Haus- und Sorgearbeit normal.

Das würden wir gerne sagen, doch leider sieht die Realität anders aus: Der Umgang mit der Corona-Pandemie verstärkt Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten gegenüber Menschen, die auch vorher Ungerechtigkeiten erfahren haben.

Wir werden an drei Beispielen zeigen, wie das passiert: einmal als Folge der Doppelbelastung durch Lohn- und Sorgearbeit, dann durch die Zunahme häuslicher Gewalt und zum Schluss gehen wir auf den Zugang zu medizinischer Versorgung ein.

Wir sprechen hier von “Frauen” und “Männern”. Es gibt viele Menschen, die sich nicht als Frauen oder Männer verstehen, was häufig zu weiterer Benachteiligung führt. Wir finden diese Kategorien falsch, weil sie uns einschränken und unterdrücken. Wir brauchen sie jedoch, um Ungerechtigkeiten zu benennen, die es in einer Gesellschaft gibt, die uns in Männer und Frauen einteilt.

Arbeitsverteilung

Viele Frauen arbeiten unter schlechten Bedingungen und mit schlechter Bezahlung in gesellschaftlich relevanten Berufen. Das sind z.B. die Pflege, der Lebensmitteleinzelhandel oder die Hauswirtschaft. Sie arbeiteten auch während der Hochphase der Corona-Pandemie weiter – und das (beispielsweise durch Mehrarbeit und Kontaktbeschränkungen im Privatleben, welche sich aus der Arbeit ergeben). Gleichzeitig waren und sind sie dem Coronavirus durch Kontakt mit vielen Menschen besonders ausgesetzt.

In anderen Berufen sind Frauen die ersten, die in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt werden. Im besten Fall können sie von Zuhause arbeiten.

Für Familien führte die Pandemie zu enormen Herausforderungen, da die Betreuung für die Kinder weggefallen ist und immer noch nicht vollständig übernommen wird. Oft sind es die Mütter, die in hohem Maß die Kinderbetreuung schultern. Das neben der Erwerbsarbeit zu schaffen führt zu einer doppelten Belastung, die vor allem für Alleinerziehende besonders schwierig ist.

Aber auch ohne Kinder gibt es auf einmal mehr Arbeit im gemeinsamen Haushalt zu erledigen – einfach, weil mehr Menschen öfter da sind, und so mehr Schmutz produzieren, mehr essen, oder es mehr Zoff gibt. Die notwendige Sorgearbeit wird größtenteils von Frauen getragen, wie auch schon vor der Corona-Pandemie.

In der Corona-Krise werden also veraltete und ungerechte Rollenbilder, in denen Männer arbeiten und sich Frauen um den Haushalt und die Kindererziehung kümmern, wieder verstärkt.

Wir fordern, dass geteilte Sorgearbeit im Privaten zur Selbstverständlichkeit wird. Achtet auf einen gerechten, nicht-diskriminierenden Umgang miteinander und lebt Kindern einen Alltag ohne einschränkende Rollenbilder vor.

Um die Ungleichheiten in der Arbeitswelt auszugleichen, reichen keine Einmalzahlungen. Das Gehalt sollte die Wertschätzung des Jobs widerspiegeln. Ein erster Schritt ist es, den gesetzlichen Mindestlohn zu erhöhen. Während der Krise braucht es außerdem gezielt finanzielle Unterstützung für Alleinerziehende.

Häusliche Gewalt

Die Einschränkungen des beruflichen und sozialen Alltags führen dazu, mehr Zeit zu Hause zu verbringen. Dies bringt auch weitere Probleme mit sich:

In Zeiten der Corona-Pandemie ist eine Zunahme von häuslicher Gewalt, auch sexualisierter Gewalt, zu beobachten. In vielen Fällen sind es Frauen*, Transpersonen oder Queers, die derartiges erfahren. Durch Ausgangssperren sind Betroffene häuslicher Gewalt vermehrt ihren gewalttätigen Mitmenschen ausgesetzt. Gewalttätige Partner kontrollieren vermehrt die Kontakte ihrer Partner*innen. Nicht zuletzt bedeutet das reduzierte soziale Leben eine Minderung an Kontaktmöglichkeiten, um Betroffene von Gewalt in ihrer Situation zu unterstützen.

Zu Beginn des Lockdowns bereiteten sich viele Frauenhäuser und Telefon-Beratungsstellen auf einen erhöhten Bedarf vor – dieser blieb aber zunächst aus, bis in den letzten Wochen die Beschränkungen wieder gelockert wurden. Dies lässt darauf schließen, dass die Ausgangssperren nicht nur häusliche Gewalt begünstigten, sondern außerdem den Zugang zu Hilfeangeboten erschwerten.

Auch Transpersonen sind so gezwungen, sich beispielsweise vermehrt in einem Umfeld aufzuhalten, das ihre Identität nicht anerkennt und dadurch psychisch belastend ist.

Wir fordern, dass die ohnehin schon überlasteten Frauenhäuser ausreichend finanziert werden. Psychologische Beratungen und Therapien sollen auch online angeboten und ohne Hürden genutzt werden können.

Medizinische Eingriffe

Die Corona-Pandemie hat zu Verschiebungen von angeblich nicht-notwendigen medizinischen Eingriffen geführt. Auch der Zugang zu medizinischen Diensten wurde erschwert. Dies betrifft insbesondere Frauen und Transpersonen.

So wurde in manchen Ländern die Corona-Krise zum Anlass genommen, den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen weiter einzuschränken. Beispiele hierfür sind Polen und einige Bundesstaaten in den USA. Auch in Deutschland wurden weniger Eingriffe bei gleichbleibendem Bedarf durchgeführt. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland nur straffrei, wenn sie innerhalb der ersten zwölf Wochen nach Empfängnis vorgenommen werden – sie sind also nicht verschiebbar, und dürfen nicht als unnötiger Eingriff kategorisiert werden. Denn ein erschwerter Zugang führt nicht zu weniger, sondern nur zu unsichereren Abbrüchen.

An erster Stelle fordern wir daher die Einordnung von Schwangerschaftsabbrüchen als notwendige medizinische Leistung. Dazu braucht es mehr Mediziner*innen, die den Eingriff vornehmen können. Wir fordern daher den Ausbau der Lehre dazu im Medizinstudium. Um in Krisensituationen Engpässe zu überbrücken, fordern wir außerdem die Möglichkeit, medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche zu Hause durchführen zu können.

Transpersonen sind auf ähnliche Weise betroffen: sie müssen länger auf geschlechtsangleichende Operationen warten, entweder weil selbige verschoben wurden (da sie als medizinisch nicht-notwendig angesehen werden) – oder auch, weil der Zugang zu Gutachtengesprächen erschwert ist.

Bezogen auf die verstärkten Hürden, die Transpersonen während der Zeit der operativen Geschlechtsangleichung und rechtlichen Personenstandsänderung erleben, fordern wir, dass geschlechtsangleichende Operationen aufgrund der Selbstidentifikation von Personen von der Krankenkasse übernommen werden und, dass die bevormundenden Gutachtenpflichten für Personenstandsänderungen abgeschafft werden.

Abschluss

Unsere Forderungen sind nicht neu, doch umso dringlicher, da sich bestehende Ungleichheiten in der Krise verstärkt haben. Lasst uns gemeinsam eine Realität erschaffen, in der die gerechte Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern keine Utopie, sondern Alltag ist. Wir wollen die Corona-Pandemie zum Anlass nehmen, uns mit den Problemen, die durch sie deutlich werden, auseinanderzusetzen und wir werden nicht zulassen, dass die Krise dazu verwenden wird, uns alte, einschränkende Rollenbilder aufzuzwängen und Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft zu verstärken.

Am 26.4. ist Lesbian Visibility Day, deswegen fordern wir: Lesbische Sichtbarkeit!

Seit Jahrzehnten kämpfen Lesben für mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft. Durch die doppelte Marginalisierung als nichtheterosexuelle Frauen sind Lesben und ihre Bedürfnisse, Wünsche und Belange innerhalb der Gesamtgesellschaft weitgehend unsichtbar. Als Frauen sind sie in einer patriarchal und binär strukturierten Gesellschaft auf die Anerkennung von Cismännern angewiesen, weitgehend auf den Bereich der Reproduktions- und Care-Arbeit reduziert und potentielle Opfer sexualisierter Gewalt. Als nicht heterosexuell fallen sie aus dem Regelsystem der sexuellen Verfügbarkeit für Cismänner heraus und damit auch aus dem Spiel um Anerkennung. Sie geraten beinahe vollends aus dem Blickfeld der Gesamtgesellschaft. Während es in den 1970er bis 1990er Jahren angekurbelt durch die zweite Frauenbewegung kurzfristig eine größere Sichtbarkeit von Lesben gab, ist diese in den letzten Jahrzehnten zunehmend verschwunden. Dezidiert lesbisch organisierte Projekte und Organisationen gibt es wenige. Lesbenkultur in Form von Buchläden, Bars und Clubs sind seit den 1990er Jahren nacheinander verschwunden. In Freiburg gibt es als dezidiert lesbische Treffpunkte noch die jährlich stattfindenden Lesbenfilmtage sowie den monatlichen Kneipenabend Bar Drei.
Auch der Begriff „Lesbe“ ist in den letzten Jahren immer seltener geworden, teils aufgrund der Etablierung anderer Begriffe, teils aufgrund der Ablehnung der Assoziationen, die mit diesem Begriff einhergehen. Denn Lesben, wie sie die zweite Frauenbewegung hervorgebracht hat, sind mit Assoziationen wie ‚laut‘, ‚wild‘, ‚promiskuös‘, ‚unbequem‘, ‚männerhassend‘ besetzt – Assoziationen, die dem Frauenbild der Gesellschaft fundamental entgegenstehen und natürlich auch Zuschreibungen, die mitnichten auf alle Lesben zutreffen. Manche Lesben sind laut und wild und noch viel mehr als das und andere sind aber auch ganz anders. Aber ja, wie sind sie denn eigentlich? 
Wir möchten alle lesbisch lebenden Menschen dazu ermutigen, am 26.4. Lesbischsein in Freiburg und überall sichtbar zu machen! Zeigt, wer, was, wie ihr seid und werdet kreativ. Verteilt Zeichnungen, Fotos, Gedichte, Banner – was auch immer! Aber zeigt euch, werdet sichtbar und lasst uns gemeinsam für mehr lesbische Sichtbarkeit und Solidarität eintreten!
 
Unter dem Begriff lesbische Lebensweise verstehen wir im Anschluss an einen Beitrag aus dem Sammelband history unwritten „eine politische Klammer nicht-heterosexueller Erfahrungen und persönlicher, teils politischer Lebensweisen von Frauen und Passing Women[…]/Trans*“.
Feministische Gruppe Realitätenwerkstatt
realitaetenwerkstatt@riseup.net

Offener Brief zum 20. Freiburger Männertag am 7. März 2020

Am 5. Februar 2020 haben wir einen Offenen Brief an die Veranstalter*innen des Freiburger Männertages geschrieben. Dieser fand dieses Jahr am 7. März, am Wochenende vom Internationalen Frauen*kampftag, statt. Organisiert und finanziert wird er von verschiedenen kirchlichen Trägern.

Bereits im letzten Jahr hatten wir in einem Offenen Brief (vom 22.03.2019) Kritik an den beworbenen Inhalten der Workshops geäußert und sind daraufhin in einen Dialog mit den Veranstaltern getreten. Wir bedauern, dass sich trotz dessen keine Veränderung hinsichtlich unserer Kritikpunkte erkennen lässt.

Hier der diesjährige Offene Brief:

Offener Brief an die Veranstalter des 20. Freiburger Männertag

Sicherheitspolitik gegen sexualisierte Gewalt?!

Im Februar ist die Zeitung „Gefährliches Pflaster“ – Zeitung zur Sicherheitskritik erschienen. Herausgegeben wurde sie vom Zeitungskollektiv „Gefährliches Pflaster“, entstanden aus dem Umfeld des Arbeitskreises kritische soziale Arbeit (aks), des Arbeitskreises kritischer Jurist*innen (akj), des Solidarity-City-Netzwerks (SC), des Recht auf Stadt-Netzwerks, des Bündnisses gegen neue Polizeigesetze (NoPolGBW) und des neu gegründeten Anwohner*innen-Vereins Stühlinger.

Mit der Zeitung sollen andere Perspektiven auf die Sicherheitsdebatte gezeigt werden als solche, die bisher von Polizei, Stadtverwaltung und Badischer Zeitung eingenommen werden. Dies gilt auch für die 2017 zwischen der Stadt Freiburg und dem Land geschlossene „Sicherheitspartnerschaft“.

Rechten Diskursen soll damit ein emanzipatorischer Diskurs entgegen gesetzt werden.

Wir haben auch einen Artikel für die Zeitung geschrieben!

Hier findet ihr den Artikel: Sicherheitspolitik gegen sexualisierte Gewalt?!

Hier mehr Informationen, und hier die ganze Zeitung: Zeitung-Sicherheit-final.web_

One-Night-Stand mit der feministischen Bibliothek im fz*

Lesung erotischer und unerotischer Lesben-Literaturschnipsel

– im Rahmen der tackertürchen (tacker.fr)

Auch schon mal auf der Suche nach nicht-hetero (Liebes-)Romanen gewesen? Was zum schmökern, von und mit FLINT-Protagonist*innen und -Autor*innen? Das ist gar nicht so leicht…

die fz*-Bibliothek hingegen ist eine wahre Fundgrube. Genieße mit uns ein Abend lang mit Snaks und Getränken romantische, vor Begehren pulsierende, bewegende Lektüre mit Witz und Gefühl. Texte von vor 20 Jahren, oder aus den letzten Anschlaegen, Comics, Kolumnen und Kurzgeschichten.

Samstag, 14.12.19 um 18:00 Uhr
FLTI*-ONLY
Das fz* ist ein Raum für Frauen_Lesben_Trans*- und Inter*personen – Cis-Männer (Menschen, die bei ihrer Geburt als männlich eingestuft wurden und sich damit Identifizieren) sind von dieser Veranstaltung ausgeschlossen.

Smash patriarchy!? – Feministische Perspektiven auf Gewalt im und gegen das Patriarchat

ein Workshop des ignite! Workshopkollektivs

am Freitag, 22. November um 18 bis 21 Uhr

¡adelante! – Linkes Zentrum in der Glümerstraße 2

Auftaktveranstaltung der Themenreihe „Soziale Verhältnisse und Gewalt“ der anarchistischen Gruppe Freiburg

[English below]

In dem dreistündigen Workshop möchten wir gemeinsam Verständnisse von „Patriarchat“ und Feminismus und die Rolle von Gewalt erarbeiten. Vorgestellt werden verschiedene feministische Strömungen und ihre Positionen zur Befreiung von Sexismus, Queer- und Trans*-Politiken, Rassismus und Herrschaftskritik.

Es soll herausgestellt werden, dass (sexualisierte) Gewalt fundamental ist, um Geschlechterherrschaft herzustellen und zu erhalten. Anschließend möchten wir uns kritisch mit dem sogenannten „Strafrechtsfeminismus“ auseinandersetzen, der einen Umgang mit Übergriffen und zwischenmenschlicher Gewalt durch Bestrafung und Kooperation mit dem Staat sucht, und kurz Alternativen darstellen.

Zuletzt sagen wir: Es ist möglich und wichtig, uns konfrontativ – jenseits von Mackertum und Selbstzweck – den Diskurs um Gewalt anzueignen und gegen die bestehenden (patriarchalen) Verhältnisse zu richten. Antisexismus muss Praxis werden! Ob und wie das funktionieren kann, würden wir gerne mit Euch diskutieren und freuen uns auf rege Teilnahme.

Der Workshop ist möglichst niedrigschwellig und soll Menschen mit verschiedenen Kenntnisständen und Hintergründen ansprechen. Wenn gewünscht, organisieren wir eine Simultanübersetzung ins Englische.

Ein Workshop des ignite! Workshopkollektivs ignite.blackblogs.org

in Kooperation mit

Anarchistische Gruppe Freiburg

Feministische Linke Freiburg

Realitätenwerkstatt

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Smash patriarchy!? – feminist perspectives on violence in and against patriarchy

A three hour workshop about patriarchy, feminism and the roles of violence inside these. We’ll discuss different feminist perspectives, queer and trans* politics, antiracism and critique of systemic and state oppression. We want to point out that (sexualized) violence is fundmental to the system of gender oppression.

Further on we want to talk about feminist strategies trying to tackle sexism and interpersonal violence in cooperation with the state and why this might be problematic, followed by a short overview on alternatives.

In the end: it’s possible and important to reclaim the discourses about violence machoism to use them against this sexist system. Antisexism needs to become practical. We’re looking forward to discussing what that might look like.

We can organize an English translation if needed!

A workshop by the ignite! workshop collective ignite.blackblogs.org

in cooperation with

Anarchistische Gruppe Freiburg

Feministische Linke Freiburg

Realitätenwerkstatt

Kundgebung – Frauen* gemeinsam gegen den Kriegsalltag

Einladung zur Kundgebung – Frauen* gemeinsam gegen den Kriegsalltag
Freitag 1. November 2019 | 16 Uhr | Platz der alten Synagoge

Aufruf vom Bündnis „Frauen* gegen Krieg“

Die aktuelle Kriegssituation in Nordsyrien ist momentan sehr akut.
Die türkische Regierung versucht die kurdische Bevölkerung durch militärische Angriffe zu vertreiben und das emanzipatorische Projekt Rojava zu zerstören. Was bedeutet das nun für uns?

Insbesondere Frauen* haben in den letzten Jahren massive Aufbauarbeit in der Region geleistet und sich stark gegen die männliche Vorherrschaft in der Region organisiert. Sie haben Strukturen aufgebaut um Frauen* zu unterstützen und vor Männern zu schützen. So z.b. das Dorf „Jinwar“ – welches ebenfalls durch die Angriffe zerstört werden könnte. Sie haben den sogenannten Islamischen Staat erfolgreich bekämpft und ihn sowohl den Menschen vor Ort, als auch den europäischen Ländern vom Hals gehalten. Mehr als 800 IS-Terroristen konnten sich schon aus den Gefängnissen befreien. Die Bilder und Geschichten machen mehr als deutlich, was dies für die Frauen* und Mädchen* vor Ort bedeutet.

Krieg bedeutet immer (systematische) Gewalt gegen Frauen* und Kinder, die Zerstörung von Infrastruktur, Flucht und Traumatisierung.
Wir sehen unsere Verantwortung hier in Deutschland und auch in Freiburg um gegen den rassistischen Krieg der Türkei zu protestieren und deutlich zu machen, dass wir solidarisch an der Seite der Frauen* und allen anderen Menschen in Nordsyrien stehen.
Wenn wir davon sprechen endlich Fluchtursachen zu bekämpfen, dann müssen wir genau hier anfangen. Denn durch den Krieg werden und sind wieder hunderttausende zur Flucht in die Unsicherheit gezwungen.

Zu unserer Kundgebung sind alle Menschen unabhängig ihres Geschlechts eingeladen, um die Perspektiven von Frauen* zu hören und diese zu unterstützen.
Unser Zusammenschluss ist ein Bündnis aus verschiedensten linken, feministischen Gruppen und sozialen Organisationen.
Wir organisieren uns als Frauen*, Lesben*, Inter*, Non-Binary* und Trans*.

Im Anschluss an die Kundgebung wollen wir einen lila Block auf der Demonstration zum Welt-Kobane-Tag machen, an dem sich alle Frauen*, Lesben*, Inter*, Trans* und Non-Binary* beteiligen können.

Aktuelle Unterstützer*innen sind:
Internationale Jugend Freiburg, FeLi –  Feministische Linke Freiburg, Feministische Gruppe realitätenwerkstatt, LILAK e.V., Kurdischer Frauenrat Freiburg, UFF – Unabhängige Frauen Freiburg

Nähfabriken in Asien – Gewerkschaftstour mit Arbeiterinnen aus Indonesien und Sri Lanka / clothing factories in asia – union tour with workers from indonesia and sri lanka

Nähfabriken in Asien – Gewerkschaftstour mit Arbeiterinnen aus Indonesien und Sri Lanka

Über die Kämpfe der Näherinnen in Indonesien & Sri Lanka und was wir von ihnen lernen können | in english, with german translation

23. Oktober | Ort: Aula der Hebelschule (Engelbergerstr. 2) | Zeit: 19:00 Uhr

[translation below]

So gut wie alle von uns tragen Klamotten aus den Nähfabriken in Asien. Höchste Zeit von den Leute vor Ort zu hören und sich mit ihnen zu vernetzen!

Dian von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers’ Federation (FBLP), welche insbesondere in Jakarta (Indonesien) ihren Fokus hat, sowie Chamila des Dabindu Collective (Sri Lanka) werden einen Input geben. Es wird um die aktuellen Arbeits- und Lebensbedingungen der Näherinnen und Gender-Based-Violence (GBV) gehen, aber auch um aktuelle Arbeitskämpfe.

Für jede Veranstaltung ist geplant anschließend in einen Austausch zu treten und darüber zu sprechen, was vor Ort getan werden kann, um die Kämpfe der Näherinnen zu unterstützen.

Die Inputs werden auf Englisch gegeben und eine Übersetzung auf Deutsch wird organisiert.

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Dabindu Collective: Feministische Organisation in der sich Näherinnen in der Freihandelszone von Katunayake aufeinander solidarische beziehen und sich für ihre Interesse einsetzen können. Erlangung von mehr Selbstbestimmung von Näherinnen durch Bildungsangebote. Propagierung von Menschenrechten für (lohnabhängige) Frauen.

FBLP (Inter-Factory Workers‘ Federation): Setzt sich für die Entfristung von Verträgen ein und ist aktiv gegen (sexualisierte) Gewalt/Diskriminierung gegen Arbeiterinnen und LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer). Als Teil ihrer Arbeit hat FBLP ein Community Radio etabliert. Dieses wird von weiblichen Lohnabhängigen für weibliche Lohnabhängige betrieben und heißt Marsinah Radio.

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clothing factories in asia – union tour with workers from indonesia and sri lanka

Dian of the feminist union Inter-Factory Workers’ Federation (FBLP), based in Jakarta (Indonesia), as well as Chamila of the Dabindu Collective (Sri Lanka) will each give an input. The focus will be on current working and living conditions of garment workers as well as Gender-Based-Violence (GBV) and the latest labour struggles.

Afterwards we want to talk about ideas on how to support the struggles of garment workers from our local regions.

The input will be given in English and translated into German.

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FBLP (Inter-Factory Workers’ Federation): Struggles for indefinite working contracts and is active against (sexualised/ gender-based) violence and against the discriminiation of LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer). As part of their work FBLP has a community radio. It’s run by female workers for female workers and is call Marsinah Radio.

Dabindu Collective: Feminist organisation in which garment workers, especially within the free trade zone of Katunayake, are organized and can refer to each other in solidarity. They aim for more self-determination of garment workers through educational programms and promote human rights for (working) women.

 

Save the Date: Am 7. April um 15 Uhr „Feministischer Kaffee-Klatsch“ zum Thema Feminismus und Militanz

Am 7. April um 15 Uhr findet der nächste „Feministische – Kaffeeklatsch“ für FLTI* im fz* – feministisches Zentrum statt. In gemütlicher Sonntagnachmittags Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen werden hier verschiedene Inputs rund um das Thema „Feminismus und Militanz“ vorgetragen und anschließend in Kleingruppen diskutiert.

Feministische Bewegungen haben eine hohe politische und methodische Vielfältigkeit. „Das Patriachart in Stücke hauen“ kann dabei ein taffer Demospruch, ebenso wie ein Aktionsplan bedeuten. Wir wollen mit einem Blick auf die Rote Zora und Frauen*kämpfe in Chiapas und Rojava besprechen, welche militanten Gruppen es gab und gibt. Welche Mittel sind legitim und zielführend, um für Emanzipation und Befreiung zu kämpfen?

Kommt vorbei!

Offener Brief an die Veranstalter*innen des 19. „Männertags“ in Freiburg am 23.3.

Am Samstag den 23.03.2019 – rund zwei Wochen nach dem Weltfrauen*tag am 8. März – findet in Freiburg zum 19. Mal der „Freiburger Männertag“ statt. In der Veranstaltungsbeschreibung wird angekündigt, dass Männer sich an diesem Tag in verschiedenen Workshops mit den sich wandelnden Rollenbildern von Männlichkeit auseinandersetzen können. Emanzipation im Sinne einer Befreiung von gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen sei eine Aufgabe aller Geschlechter und dementsprechend stehe im Zentrum, wie Mann mit den inneren und äußeren Erwartungen angemessen umgehen und seinen eigenen Weg finden könne. Leider entsprechen viele der Workshops nicht diesen Zielen und sind alles andere als emanzipatorisch. Organisiert und finanziert wird die Veranstaltung von verschiedenen kirchlichen Trägern.

Wir haben deshalb einen offenen Brief verfasst, diesen könnt ihr hier lesen:

Offener Brief an die Veranstalter_innen des 19. Freiburger Männertag